Buchtipp: Biergeschichten

Auf „a Seidla“ mit dem Erlanger Schriftsteller Tommie Goerz. In seinem Buch "Auf dem Keller" bringt Licht in die dunklen Keller, die eigentlich gar nicht zwingend dunkel sind.

Tommie Goerz neues Buch über Bier und Franken 378 640

Tommie Goerz hat sich auf den Weg gemacht und ist durch die Keller der Erlanger Umgebung gezogen. Er hat gegessen und getrunken und sich dabei bedienen lassen. Wobei das nicht immer der Fall war, aber wieso ist auf manchen Kellern Selbstbedienung? Und wieso fragt der Ober immer „Wos griehngmern?“? Ist das typisch für das Frankenland und die ansässigen Wirte?

Die fränkische Seele

Goerz forscht und fragt nach, warum die Franken so sind wie sie sind. Dafür hat er nicht nur mit den Menschen gesprochen, sondern ihnen auch tief in die Seele geschaut. Er hat sich mit Stereotypen auseinandergesetzt und hat all den Fragen über Wirtshäuser, Keller und Landschaften literarisch nachgespürt. Ein Beispiel gefällig?

Verschdehsd?
In Franken muss man mit dem Fränkischen halbwegs vertraut sein, sonst sitzt man schnell einmal einem Missverständnis auf, und manchmal ist man auch der Depp. Grob geschätzt hat man es hier mit mindestens drei Arten des Nicht- oder Falschverstehens zu tun. Aus diesen muss nicht immer ein Missverständnis erwachsen, man kann ja, wenn man etwas nicht verstanden hat, ganz einfach mit einem dezenten »Hä?« noch einmal nachfragen. Dieses kleine »Hä?«, fragend und nicht aggressiv ausgesprochen, bedeutet so viel wie »Oh Verzeihung, das habe ich jetzt gerade nicht verstanden.  Könnten  Sie  das  bitte  noch  einmal  wiederholen?« In solchen Dingen ist das Fränkische erfrischend kurz.

Man muss dieses »Hä?« allerdings gut beherrschen und treffsicher setzen können, denn etwas länger gezogen mit zum Ende hin ansteigender Tonkurve und dadurch einem kaum  hörbar  aggressiven  Unterton  heißt  dieses  »Hä?« so viel wie: »Hey, habe ich gerade richtig gehört? Sag das noch einmal! Ich glaube, du tickst nicht ganz richtig! Bei dir hackt’s doch!« Es kann also bei Einsatz dieses »Hä?« aus dem Nichtverstehen sehr schnell ein Missverstandenwerden resultieren. Deshalb sollte man im Umgang mit und
beim Einsatz des »Hä« sehr vorsichtig sein.
(Tommie Goerz, Auf dem Keller, S.12)

Antworten auf Fragen wie „Warum sind fränkische Wirte oft ‚mufferd’?“, „Warum heißt es ‚auf’ dem Keller und nicht ‚im’ Keller?“ und viele andere können Sie bei Tommie Goerz nachspüren. Genießen Sie das neue Buch von Tommie Goerz, es beschreibt Franken wie es riecht und schmeckt, motzt und schweigt, isst und trinkt. Insgeheim ist es aber eine ehrliche Liebeserklärung an die Region, in 35 charmanten kurzen Geschichten.

Bestsellerautor Tommie Goerz

„Auf dem Keller“ ist das neuste Werk von Tommie Goerz (geboren 1954). Er wohnt in Erlangen und hat keinen weiten Weg zu den Kellern in der Umgebung. Er hat Soziologie, Philosophie und Politische Wissenschaften studiert. Zur Zeit lehrt er an der Faber-Castell-Akademie in Stein. Er hat nicht nur Interesse an Biergeschichten, sondern schreibt auch eigene Kriminalromane. Im ars vivendi Verlag in Cadolzburg erschienen bereits „Schafkopf“, „Dunkles und Leergut“, „Auszeit“, „Schlachttag“ und „Einkehr“. In diesen fünf Kriminalromanen ermittelt der Nürnberger Kommissar Friedo Behütuns und klärt  mit seinem Team mysteriöse Fälle auf. Hintersinnig, erfrischend, humorvoll und spannend fesselt Bestsellerautor Tommie Goerz seine Leser.

Goerz, Tommie
Auf dem Keller - Biergeschichten

ISBN 978-3-86913-767-4
221 Seiten
14,00 EUR(D) € inkl. 7% MwSt.
14,90 EUR(A)

Verlag: ars vivendi